Die Evolution des Gitarristen am Beispiel RÜBEZAHL
Am Anfang war das Nichts und gleich nach dem Nichts kam der Mensch. Ein simpel gestrickter Zellhaufen, der, wäre er nicht ein Zellhaufen, dem Nichts in nichts nachstünde. Das einzige, was diesem Wesen im Laufe seiner Entwicklung zu Teil wurde, war der Umgang mit Stimme und Mikrofon, doch da ein Überleben damit auf Dauer nicht gesichert werden konnte, entwickelte es sich zu dem weiter, was wir heute gemeinhin als "Schlagzeuger" bezeichnen.
Dieser Schlagzeuger konnte nun schon mit einfachen Trommeln und Blechen umgehen, war aber dennoch in Geist und Körper sehr eingeschränkt, was die eindeutig gekrümmte Körperhaltung vermuten lässt. Dennoch ist diesem autistischen Wesen der bemerkenswerte Schritt gelungen, durch Denken eine Handlung zu vollführen, die über Instinkt und Reflex hinausgeht.
Doch wer ruht rostet, daher musste sich auch der Schlagzeuger im Kampf um die Vorherschafft auf den Bühne weiterentwickeln um nicht in der Bedeutungslosigkeit unterzugehen.Der Bassist war geboren. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger gelang es ihm schon einfache Tonfolgen durch das Verkürzen mehrerer schwingender Metallsaiten zu erzeugen, da sein Gehör aber noch nicht besonders weit entwickelt war, sind diese Töne nur im äußerst niederfrequenten Bereich zu hören. Doch im Laufe der Evolution bemerkte auch dieses Wesen, dass nicht die Größe des Instruments ausschlaggebend für den Erfolg bei Frauen und auf Bühnen ist, sondern vielmehr der aufrechte Gang und Intelligenz.
So betrat der Gitarrist die Bühne der Evolution und setzte den ersten Meilenstein in der Entwicklung des Instrumentenspielers. Töne in höheren Lagen stellten kein Problem mehr da und auch die Form des Instruments glich schon sehr den heutigen, allein sein noch nicht komplett aufrechter Gang und die abstoßende Optik galten der Natur noch verbesserungswürdig weswegen nur wenige Jahrtausende später die Premium-Version des Gitarristen seine Füße auf die Erde setzte.
Höher als keiner zuvor blickte er über seine Vorgänger hinweg und gilt bis jetzt als das Meisterwerk der Evolution. Ausgestattet mit Rhythmus- und Taktgefühl sowie einer Kommunikationsfähigkeit ist es ihm möglicht, Akkordfolgen hintereinander zu spielen und dazu noch sein Stimmorgan zu betätigen, welches aus der Primatenzeit bis in die Gegenwart erhalten blieb. Ob und wie der Gitarrist seine Egozentrik und Egoismen überwinden wird und ob er es schafft, seinem Großmaul und Machogehabe Einhalt zu gebieten, werden wir erst in einigen tausend Jahren erfahren, wenn die nächste Stufe der Evolution erreicht ist. Bis dahin müssen wir uns jedoch alle mit dem jetzigen Modell zufrieden geben.
Die Band
Wir sind es nur, Rübezahl. Man nennt uns eine melodische Punkband und selbst bezeichnen wir uns als Punk’n’Roller. Ein wenig Blues, ein bisschen Rock’n’Roll und ein Schuß Reggae und dazu viel PUNK, das sind wir, Rübezahl. Gegründet auf dem Dachboden von Clemens haben Sven und jener Dachbodenbesitzer zuerst als zwei-Mann-Punk-Formation begonnen, dann aber gemerkt, dass ein wenig Bass und Schlagzeug fehlten, um ihre selbstgeschriebenen Lieder umzusetzen. Tja, und dann kam Andy, der sich nur für uns den Bass umschnallte und einfach mitpunkte. Bisher war unser Drummerverschleiß enorm hoch. Clemens hatte anfangs keinen Bock mehr auf den Tonnen rumzutrommeln und Simon, der geldgeile Sack, wollte nicht unter 10 000 pro Monat weiter machen. So haben wir Manuel bald ins Herz geschlossen und wir waren komplett.
Achja, da war ja noch Madsen, der durch Intrigen und üble Nachrede Andy vom Bass gemobbt hat und nun selbst die fetten Saiten in Schwingung versetzt.
Sevaniè
Gitarre und Singsang
- Bandgründer
- hat den längsten Gurt von allen
- Zupfen und langsam spielen war noch nie sein Ding
- ähnelt am meistem dem klassischen Punk
- „Das muss schneller sein“
- „Jetzt schreibt halt mal ein paar Lieder“
Clement
Gitarre
- Bandgründer
- wäre gern Farin Urlaub oder wahlweise Chuck Berry
- hört scheiß Kommerzpunk und den echten Rock'n'Roll (50er Jahre)
- will gern mal Stagedive machen, hatte aber noch nie genug Publikum dazu
- Teenieschlampe
- „Das ist viel zu schnell“
Andrè
Singsang
- König der Balladen
- Erziehungsberechtigter der Bandmitglieder
- hat die Stimme!
- hat leider nur einen Teilzeitvertrag bei uns
- Sex, Drugs & Rock'n'Roll
Mathièu
Boom-Boom-Bass
- Meddal, Punk und PoP = Madsen
- „Des gibt’s doch net...!“
- manchmal etwas hyperaktiv am Bass
- ein Gedächtnis wie ein Sieb
- schwört auf Frammersbacher Export (...und das sagt ein Partensteiner!)
- hat harte Vertragskonditionen
Emanuel
Der Mann hinter den Trommeln und dem Blech
- nichts ist für ihn zu schnell
- Blink 182
- spielt gerne lange Soli
- jede Woche ein neues Paar Sticks
- eines Tages ist er taub
- „Was muß ich da noch mal spielen...?“





